Themenfelder

Digital Health für die Prävention und zur Betreuung chronisch Kranker

Trotz medizinisch-technischem Fortschritt wächst der Bevölkerungsanteil chronisch Erkrankter weiterhin stetig. Der Grund liegt in der demographischen Entwicklung und im Lebensstil der westlichen Industrienationen. Diesem Trend konnten auch die inzwischen über 300.000 Gesundheits-Apps, die in den vergangenen Jahren kostenlos oder über den zweiten Gesundheitsmarkt für Bürger zugänglich geworden sind, nicht stoppen. Patienten und Mediziner erleben neue digitale Lösungen oft nicht als nützlich oder anwenderfreundlich. Die verfügbaren Technologien erscheinen zu wenig in ganzheitliche Ansätze integriert und deren Nutzung nimmt mehr Zeit in Anspruch als sie tatsächlich einspart.

Nutzenstiftende Lösungen müssen zukünftig darauf ausgelegt sein, sich intelligent in die klinischen und ambulanten Arbeitsabläufe sowie den Patientenalltag einzufügen und diese zu erleichtern. Dies bedeutet, vor Beginn der technischen Entwicklung ein tiefes Verständnis der spezifischen Nutzererwartungen der Zielgruppe und der Kontextfaktoren zu erlangen und anschließend Aspekte wie User-Centered-Design und kundenzentrierte Entwicklung zu berücksichtigen.

Die Initiative soll die angesprochenen Akteure dabei unterstützen, ganzheitliche Ansätze zielgruppengerecht zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen. Die Herausforderung liegt dann oft darin, sowohl die Patienten zu motivieren, sich intensiver an ihrem eigenen Gesundheitsmanagement zu beteiligen, als auch die Mediziner dazu zu bringen, sich in Diagnostik und Therapie verstärkt durch den Einsatz von Technik und Software-Applikationen unterstützen zu lassen.

Telemedizinische Ansätze für ländliche Regionen oder die Notfallversorgung

Für die Sicherstellung einer adäquaten medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich kommt mobiler Diagnostik und telemedizinischen Anwendungen zukünftig eine Schlüsselrolle zu. Der Bedarf an telemedizinischer Vernetzung gilt als groß, ebenso wie die Potenziale, die die mobilen Lösungen mit sich bringen. Ebenso wie in Bezug auf chronische Erkrankungen, geht es im Innovationsprozess weniger um neue Technologien, als vielmehr um das Ausschöpfen der Einsatzmöglichkeiten, denn bislang bleiben diese Potenziale größtenteils ungenutzt. Hierzu sind insbesondere der Ausbau der notwendigen Infrastruktur und bessere Vergütungen für telemedizinische Anwendungen notwendig, um mehr Akzeptanz zu erzeugen.

Die Initiative legt den Fokus einerseits auf die notwendigen strukturellen Anpassungen sowie andererseits auf die Frage, inwieweit der Einsatz von Technologie den persönlichen Kontakt zu Ärzten und Pflegepersonal ergänzen kann. Mobile Anwendungen sollen dazu genutzt werden, die Versorgungsqualität zu erhöhen, damit sowohl Patienten als auch Mediziner und Pflege unterstützt und entlastet werden können und die Bürger und Patienten ein höheres Maß an Selbstbestimmung bei gleichzeitig verbesserter Versorgung erlangen.

Digitale Lösungen im Rahmen der klinischen Forschung

Insbesondere für Studien zur klinischen Versorgung aber auch für Zulassungsstudien für neue Wirkstoffe und in Einzelfällen auch für Medizinprodukte können mobile Anwendungen von großem Nutzen sein. Sie erleichtern die strukturierte Datenerfassung und -verarbeitung, reduzieren den Aufwand für die Probanden und können zum Beispiel durch eine visuell ansprechende Gestaltung der Anwendungen die Adhärenz der Patienten erhöhen.

Der Aufwand bei nicht-interventionellen Studien (Phase IV/AWB), die Therapien im häuslichen Umfeld und beruflichen Alltag untersuchen, kann so abgebaut werden. Kosten- und Qualitätsvorteile kommen letztlich auch den Bürgern und Patienten zu Gute. Bislang sind die potenziellen Einsatzmöglichkeiten allerdings noch wenig erschlossen. Durch die Initiative sollen die Eignungsprüfung und Etablierung mobiler Devices als Unterstützung in der klinischen Forschung unterstützt werden. Der Standort NRW bietet dazu durch die hohe Klinik- und Bevölkerungsdichte sowie die gesellschaftliche Diversität besonders geeignete Voraussetzungen.


Koordination
Dr. Andreas Nagel
Tel.: +49 211/ 7327 89 82
E-Mail: nagel@cimed-nrw.de
 
 

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