Hightech für die Alzheimer-Forschung

Im Forschungszentrum Jülich kann in Zukunft noch intensiver nach den Ursachen und möglichen Therapien von weitverbreiteten Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Diabetes geforscht werden: Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, eröffnete heute gemeinsam mit Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt den Neubau des Biomolekularen NMR-Zentrums. Das 2,8-Millionen-Euro-Gebäude bietet Platz für vier Hochleistungsleistungs-NMR-Spektrometer, die den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Strukturuntersuchungen in höchster Präzision ermöglichen. Die Gesamtkosten betragen 20,8 Mio. Euro, von denen rund 18,7 Mio. Euro auf den Bund entfallen.

"Die zunehmende Zahl an Alzheimer-Erkrankungen ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Die Bundesregierung unterstützt deshalb nach Kräften die Forschung nach den Ursachen der Krankheit und an möglichen Therapien. Das Jülicher NMR-Zentrum bietet dazu hervorragende Möglichkeiten", sagte Thomas Rachel in seinem Grußwort.

Die Nuklearmagnetische Resonanz-Spektroskopie (NMR) ist ein Verfahren, das Forschern einen dreidimensionalen Einblick in die atomare Struktur und Dynamik biologischer Moleküle gibt. "Im Fokus stehen dabei Abweichungen in der Struktur körpereigener Eiweißmoleküle, sogenannter Proteine. Durch Fehlformungen können sie im Gehirn zu schädlichen Aggregaten verklumpen und so zu Krankheitsauslösern werden. Das NMR-Verfahren kann die Molekülstrukturen dreidimensional bis ins atomare Detail sichtbar machen und ermöglicht uns, die Ursachen für die Fehlformung zu erforschen", erläuterte Dieter Willbold, Direktor des Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie, zu dem das NMR-Zentrum gehört.

In den Neubau auf dem Campus sind bereits drei Höchstleistungs-NMR-Geräte eingezogen. Ein viertes Gerät mit extrem hoher Empfindlichkeit und Auflösung soll 2018 oder 2019 dazukommen. Dieses 1,2 Gigahertz-Spektrometer mit einer Magnetfeldstärke von 28,2 Tesla ist derzeit noch im Bau und bisher noch an keinem Standort der Welt verfügbar. "Mit den Spektrometern der neuesten Generation zählt das Jülicher NMR-Zentrum zu den führenden Standorten für den Einsatz dieser Technik", so Vorstandsmitglied Harald Bolt.

Das Biomolekulare NMR-Zentrum wurde 2005 gemeinsam vom Jülicher Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie, und dem Institut für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gegründet. Der Neubau ist das dritte Gebäude des Zentrums auf dem Jülicher Campus – und mit 641 Quadratmetern Nutzfläche das größte. Die Gesamtnutzfläche vergrößerte sich auf mehr als das Doppelte. Der Bau erfüllt besondere Anforderungen, die mit der speziellen Technik zu tun haben. Er besteht aus einer Gerätehalle aus nicht magnetisierbaren Baustoffen wie Holz sowie einem Massivbau mit Versuchs- und Auswerteplätzen. Eine Besucherkanzel ermöglicht einen Einblick in die Halle.

(Text/Quelle: Forschungszentrum Jülich)
 
 

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